Wenn morgens um 5.15 Uhr der Wecker klingelt, ist Annika Reineberg gedanklich sofort bei der Arbeit. „Sobald ich wach bin, fängt der Kopf an zu rattern“, erzählt sie. Bevor sie sich Labradordame Lizzie schnappt, um mit ihr ins Büro zu fahren, versorgt sie aber noch rasch ihre beiden Pferde, die draußen im Offenstall stehen. „Die sind mittlerweile in Rente und haben nicht mehr viel zu tun.“
Ganz anders sieht das bei ihr selbst aus. Als Geschäftsführerin der Wallhaus GmbH ist die 46-Jährige unter anderem dafür verantwortlich, im Auftrag der israelischen Eigentümer das Areal des früheren Sparkassen-Hauptsitzes am Brill zu entwickeln. 50.000 Quadratmeter Fläche werden hier wieder in Nutzung gebracht. Viel Zeit für Privatleben bleibt bei der Organisation eines solchen Großprojekts nicht.
Das macht ihr aber nichts aus. „Wir haben hier gerade eine einmalige Chance, die Innenstadt zusammen mit den vielen anderen maßgeblichen Projekten wirklich voranzubringen“, betont Reineberg. Das habe auch etwas mit Lokalpatriotismus zu tun, sagt sie. „Bei so einem Projekt muss man Vollgas geben und mit Herzblut bei der Sache sein, sonst funktioniert das nicht.“
Annika Reineberg
46 Jahre
Wallhaus GmbH Immobilien- und Facilitymanagement
Geschäftsführerin und Inhaberin
16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Und da ihr das Thema so am Herzen liegt, hat sie sich kürzlich auch in den Vorstand der Cityinitiative wählen lassen: „Weil ich es wichtig finde, dass wir die Stadt gemeinsam stärken und nicht jeder einzeln sein Ding macht.“ Ein Rundgang durch die weit verzweigten Räume des Brill-Quartiers lässt keinen Zweifel daran, dass sie hier mit großer Begeisterung ans Werk geht. Gleich mehrfach gerät sie ins Schwärmen. „Ich habe Bilder in meinem Kopf, wie das alles aussehen wird“, erläutert sie im ehemaligen Vorstandszimmer der Sparkasse sitzend (s. Bild). Die geplante stille Oase im Innenhof, die grünen Dachgärten oder die modern gestalteten Verbindungen zu anderen Quartieren der Innenstadt: „Das wird richtig toll“, ist sie überzeugt.
Wenn alles nach Plan läuft, soll das Großprojekt 2029 abgeschlossen sein. Auf die Frage, ob sie sich danach ein Hobby suchen werde, lacht Annika Reineberg. Ihre Antwort: „Ja.“ Was das sein könnte, weiß sie noch nicht. Fest steht: „Als Erstes möchte ich dann mit meinem Mann und mit Lizzie von Bremen aus mit dem Rad bis mindestens über die Alpen fahren.“ Vor ein paar Jahren ist das Trio schon einmal von München zurück nach Bremen geradelt: „Das war für mich ein wertvollerer Urlaub als viele Fernreisen.“