Im Balgequartier und am Hanseatenhof haben sich die Eigentümer zusammengeschlossen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und mehr Kundschaft zu gewinnen.
Bremens viertes und größtes Business Improvement District (BID) hat am 1. September die Arbeit aufgenommen: Im Balgequartier sollen in den nächsten fünf Jahren unter anderem Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung verbessert, die Erlebnisqualität erhöht und das Marketing intensiviert werden. Der Eigentümerzusammenschluss stellt insgesamt 2,6 Millionen Euro zur Verfügung, um den Bereich rund um Langenstraße, Böttcherstraße, Bredenstraße und Hinter dem Schütting zum „kulturellen Exzellenzquartier“ zu entwickeln.
Business Improvement Districts
Ein Business Improvement District (BID) ist ein exakt abgegrenzter Bereich, der auf Antrag der Anlieger von der Stadtbürgerschaft beschlossen wird. In ihnen leisten alle Gründstückseignerinnen und -eigner einen Beitrag in eine gemeinsame Kasse. Aus dieser werden das Quartiersmanagement und klar definierte Maßnahmen finanziert. Ziel ist es, die Attraktivität des Gebiets zu steigern, damit Handel, Gastgewerbe und Dienstleister davon profitieren.
Zu den ersten sichtbaren Maßnahmen gehört ein Quartiersservice, der bereits Mitte September mit Sicherheitsdienstleistungen startete und noch im Herbst um das Thema Reinigung erweitert werden soll. Zugleich soll der Quartiersservice eine persönliche Anlaufstelle für Gäste, Beschäftigte, Anlieger und ansässige Betriebe schaffen. „Der Quartiersservice soll ganz bewusst persönlich und nicht anonym sein“, sagt Susanne Gerlach, Geschäftsführerin der Böttcherstraße. „Unser Ziel sind Kümmerer vor Ort – Menschen, die hinschauen, ansprechbar sind und bei Fragen oder Anliegen weiterhelfen. So wollen wir dazu beitragen, dass sich Gäste, Beschäftigte und Anlieger im Balgequartier gut aufgehoben fühlen.“
Weitere geplante Maßnahmen sind unter anderem ein gemeinsames Lichtkonzept, Fassadenilluminationen, die Aufwertung ausgewählter Orte und die Einbindung des Bereichs in innerstädtische Veranstaltungen.
Balge soll künstlerisch sichtbar werden
Namensgeber des Quartiers ist die historische Balge. Der ehemalige Seitenarm der Weser diente über Jahrhunderte als innerstädtischer Hafen und spielte eine wichtige Rolle für Bremens Entwicklung als Handelsstadt. Im öffentlichen Raum soll sie künftig stärker wahrnehmbar werden. Das Maßnahmenkonzept sieht vor, ihren früheren Verlauf durch künstlerische blaue Pflastersteine sichtbar zu machen und damit zugleich eine gestalterische Verbindung durch das Quartier zu schaffen.
„Die Geschichte der Balge ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Quartiers“, erklärt Dr. Johann Christian Jacobs, Managing Partner Joh. Jacobs & Co. (AG & Co.) KG. „Entscheidend ist für uns aber auch, was hier heute und künftig stattfindet: Menschen sollen im Balgequartier ankommen, arbeiten, einkaufen, Kultur erleben, essen und gerne Zeit verbringen. Das BID schafft den gemeinsamen Rahmen dafür.“
Auch die Handelskammer Bremen trägt das Balgequartier nicht nur ideell mit, sondern ist mit ihren eigenen Gebäuden auch Teil der Standortgemeinschaft. „Ein attraktives Quartier wie dieses stärkt unsere Innenstadt – und schafft neue Impulse für Handel, Gastronomie und Tourismus“, hebt Handelskammer-Präses André Grobien hervor.
Hanseatenhof: Neue Schnittstelle für die Innenstadtquartiere
Ähnliche Ziele verfolgt das BID Hanseatenhof, das bereits im Mai startete. Der Platz liegt fußläufig zur stark frequentierten Obernstraße und dient als wichtige innerstädtische Verbindungsachse, dennoch bleibt er seit Längerem hinter seinen Möglichkeiten zurück. In den nächsten Jahren sollen der Hanseatenhof und die anliegende Papenstraße allerdings durch verschiedene Bautätigkeiten und Projektentwicklungen geprägt sein und umgestaltet werden. Um diesen Prozess zu begleiten, haben sich die Eigentümer am Ort zusammengeschlossen und das BID gegründet.
„Der Hanseatenhof wird künftig die neue Schnittstelle für die verschiedenen Innenstadtquartiere sein“, erläutert Marco Bremermann, Geschäftsführer der Müller & Bremermann GmbH & Co. KG und Mitglied im Lenkungskreis des neuen Innovationsbereichs. „Damit gewinnt der Platz enorm an Relevanz. Mit dem BID tragen wir dieser neuen Bedeutung Rechnung. Ein neues Raumkonzept, eine ansprechende Umgestaltung und neue Angebote machen dies für die Menschen erlebbar.”
Das BID umfasst den Hanseatenhof mit anliegender Papenstraße. Es endet an der Knochenhauerstraße und Obernstraße sowie an der Lloyd-Passage und dem BID Ansgari-Quartier. Geplant sind unter anderem eine saisonale Beleuchtung, die Aufwertung des Spielplatzes, die Entwicklung einer eigenen Veranstaltungsreihe sowie verschiedene Begrünungsmaßnahmen. Ergänzende Marketingaktivitäten sollen die Strahlkraft des Hanseatenhofs weiter stärken.
Aufgabenträgerin aller vier Bremer BIDs – darunter auch das BID Sögestraße und das BID Ansgari-Quartier – ist die CS City-Service GmbH, eine Beteiligung der City-Initiative Bremen Werbung e.V. und der Brepark GmbH. Sie gestaltet und koordiniert die Maßnahmen und fungiert als Schnittstelle zwischen Eigentümern, Gewerbetreibenden, Verwaltung und weiteren Partnern.
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Bild oben:
Nach der Eröffnungszeremonie des BID am 2. September führte ein Rundgang durch das Balgequartier. V.l.: Dr. Johann Christian Jacobs (Joh. Jacobs & Co. (AG & Co.) KG), Handelskammer-Präses André Grobien, Susanne Gerlach (Böttcherstraße GmbH) und Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.
Foto: Karsten Klama