Es läuft „wie am Fließband“ – nur besser

Innovative Fördertechnik: Das Bremer Start-up Cellumation bereitet Markteintritt in die USA vor

Die Entwicklung des Start-ups Cellumation verläuft genauso rasant wie die des Produkts: Knapp vier Jahre nach der Gründung steht das Spin-Off des Bremer Instituts für Produktion und Logistik (BIBA) vor dem Markteintritt in die USA. „Wir haben bislang vor allem unsere Technologie entwickelt und sie erfolgreich in der Industrie eingesetzt – jetzt wollen wir das Unternehmen voranbringen“, sagt CEO Dr. Hendrik Thamer.

Im Mai 2017 gründete er Cellumation zusammen mit seinen Partnern Claudio Uriarte, Ariandy Yoga Benggolo und Ivan Kuznetsov. Sie entwickelten kleine sechseckige Fördermodule mit jeweils drei Rädern, die sich in alle Richtungen bewegen und einzeln angesteuert werden können. Beliebig viele Module können wie Bausteine aneinandergefügt werden. Transportband adé – mit ihrem Produkt „Celluveyor“ bietet Cellumation für die Logistik eine äußerst schnelle und flexible Lösung an. Die wird auch dringend gebraucht: Coronabedingt hat der E-Commerce weltweit noch stärker an Bedeutung gewonnen. Seit dem Beginn der Pandemie läuft für viele Logistikzentren das Geschäft wie in normalen Jahren vor Weihnachten, spätestens im Dezember 2020 wurden dann die Grenzen des Möglichen erreicht.

Da passte es sehr gut, dass Cellumation im Mai 2020 vom Europäischen Innovationsrat (EIC) mit mehr als zwei Millionen Euro für die Weiterentwicklung ihrer Technologie gefördert wurde. Für das Programm gab es rund 2.000 Bewerber aus 40 Ländern – Cellumation wurde als eines von 44 jungen Unternehmen ausgewählt. „Neben der finanziellen Förderung haben wir sehr vom Austausch innerhalb der europäischen Gründerszene profitiert und sind EU-weit bekannter geworden“, sagt Thamer.

Seinen Partnern und ihm war da schon längst klar: Mit ihrer Innovation wollen sie in die USA. So haben sie sich im Sommer 2020 für das Förderprogramm German Accelerator des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beworben, das sie über mehrere Monate begleitet und für den Markteintritt in die USA vorbereitet hat. Geplant war ein dreimonatiger Aufenthalt im Silicon Valley – coronabedingt fanden Gespräche und Coachings nur online statt.

„Dadurch konnten wir mit mehreren aus unserem Team teilnehmen, das war ein Vorteil“, sagt Thamer. „Wir hatten tolle Mentoren, gute Gespräche und haben Kontakte zu Kunden und Investoren aufgebaut. Der Plan für den Markteinstieg liegt fertig in der Schublade. Sobald wir wieder in die USA reisen können, wollen wir starten.“ Inzwischen hat Cellumation 46 Mitarbeiter, eine größere Produktion wird bereits geplant. „Wir haben nicht nur eine Lösung, sondern ,die‘ Lösung, um die Logistik zu gestalten. Das Interesse ist groß, jetzt wollen wir dafür sorgen, dass wir die Nachfrage auch bedienen können“, so Thamer.

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