Die Metropolregion Nordwest fördert drei Pilotprojekte in den Bereichen Schifffahrt, Bauwesen und Wärmeversorgung mit insgesamt 300.000 Euro.
Im Rahmen des Förderfonds der Länder Bremen und Niedersachsen unterstützt die Metropolregion Nordwest regelmäßig größere Projekte mit längerer Laufzeit. Seit 2023 fokussiert sie sich dabei auf das Thema Energietransformation. Am 20. Februar wurden drei neue Förderprojekte bekanntgegeben, die 2026 starten sollen.
Ammoniak als Treibstoff für die Schifffahrt
Mit dem Projekt zur „Risikobewertung bei der Bunkerung von Ammoniak in Bremerhaven und Wilhelmshaven“ werden die beiden Hafenstandorte gezielt auf den künftigen Einsatz klimaneutraler Schiffskraftstoffe vorbereitet. Ammoniak gilt als vielversprechender Energieträger, stellt aufgrund seiner Toxizität jedoch hohe Anforderungen an Sicherheit und Infrastruktur. Ziel des Projekts ist die Entwicklung präventiver Sicherheits- und Notfallkonzepte, die gesundheitliche, ökologische und technische Risiken systematisch erfassen und bewerten. So sollen sichere, transparente und nachhaltige Hafenprozesse ermöglicht werden.
Wiederverwendung von Baustoffen
Mit dem „Reallabor Urban Mining“ adressiert die Metropolregion einen weiteren zentralen Hebel der Vermeidung von CO₂-Emissionen: eine Minderung des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen. Das Projekt erprobt praxisnah die hochwertige Wiederverwendung von Baustoffen wie Ziegeln, mineralischem Bauschutt und Porenbeton, um Materialkreisläufe zu schließen. In enger Zusammenarbeit von Bauwirtschaft, Kommunen und Forschung werden technische, rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen untersucht sowie standardisierte Verfahren für eine breite Markteinführung entwickelt.
Neuer Ansatz für die Nutzung von Erdwärme
Gesellschaftliche Akzeptanz ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Energietransformation. Hier setzt das Projekt „Erdwärmenetze – genossenschaftliche CO₂-freie Wärmeversorgung“ an. Die Genossenschaft Erdwärme Dich eG realisiert in Bremen ein erstes genossenschaftliches Energienetz, das Erdwärme über Wärmesonden im Straßenraum erschließt, auf niedrigem Temperaturniveau verteilt und über Wärmepumpen nutzbar macht. Durch diesen neuartigen Ansatz werden Planungsprozesse verschlankt und erhebliche Hürden abgebaut, die bisher – insbesondere in Bestandsquartieren – mit solchen Großprojekten einhergehen. Ziel des Projekts ist es, die Erfahrungen in die Region zu transferieren, um Kommunen und Bürgerinnen und Bürger zu ermutigen, die Wärmeversorgung in die eigenen Hände zu nehmen.
„Allen drei Projekten gemeinsam sind ihr hoher Praxisbezug und ihr Modellcharakter für die Region, aber auch für ganz Deutschland“, betonte Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energietransformation und positionieren die Metropolregion Nordwest als zukunftsorientierte Energieregion, in der Klimaschutz, Innovation und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen.“
Nordwest-Awards 2026: Bewerbungsphase endet am 6. März
Innovative Ideen, Projekte und Produkte können noch bis zum 6. März an den Nordwest-Awards 2026 teilnehmen. Zu gewinnen sind Preisgelder in Höhe von insgesamt 40.000 Euro. In diesem Jahr werden neben dem Nordwest-Award auch der Gesundheits-Award, der Nachhaltig¬keits-Award und der Weiterdenker-Award verliehen.
Weitere Informationen:
metropolregion-nordwest.de/foerderung/nordwest-awards/
Bild oben:
Übergabe der Förderbescheide an die neuen Förderprojekte der Metropolregion Nordwest.
Foto: Metropolregion Nordwest