OHB-Tochter soll europäische Startplatzinfrastruktur entwickeln

Um sich im Weltraum unabhängig von unberechenbaren geopolitischen Trends zu machen, benötigt Europa neben eigenen Trägerraketen auch Startplätze. OHB bündelt daher jetzt vorhandene Fähigkeiten im Bereich Startplatzinfrastruktur in einem neuen Unternehmen, der „European Spaceport Company“.

Die OHB-Tochter MT Aerospace AG ist bereits seit 30 Jahren am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou am Betrieb und der Wartung der Startanlagen sowie dem Bau kritischer Infrastruktur beteiligt. Zudem wurden bereits mehrere vorbereitende Studien durchgeführt.

„In der Raumfahrt ist eine neue Zeit angebrochen, und die braucht mehr und kreativere Angebote in der gesamten Wertschöpfungskette“, erklärt Sabine von der Recke. Sie führt die neue Firma gemeinsam mit Ulrich Scheib (MT Aerospace AG) und Dr. Arne Gausepohl (OHB Digital). Als erste Ziele verfolgt das neue Unternehmen die Realisierung eines europäischen Offshore Spaceports sowie die Erweiterung der Startkapazitäten am Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, um einen für verschiedene Raketentypen einsetzbaren Startkomplex. Im nachfolgenden Schritt soll das Angebot auf weltweite Märkte ausgeweitet werden.

Podcast: Die Zukunft der Raumfahrt „made in Bremen“

Die aktuelle Folge des Podcasts „Go Global! Bremen Business Talks“ beleuchtet die Rolle Bremens als zentraler europäischer Raumfahrtstandort und erzählt, wie OHB sich aus einem kleinen Hydraulikbetrieb zum führenden Raumfahrtunternehmen entwickelt hat. OHB-Vorständin Sabine von der Recke spricht mit Gastgeber Boris Felgendreher über die Bedeutung der politischen Unterstützung, die Herausforderungen der Branche, Europas technologische Souveränität, die Dynamik zwischen Forschung und Industrie sowie zukünftige Entwicklungen wie private Raketenstarts und neue Startinfrastruktur. Dabei wird klar: Raumfahrt ist nicht nur Hightech, sie ist geopolitisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich hoch relevant.
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