Nordwest-Awards würdigen neue Ideen für die Region

Die Metropolregion Nordwest hat zum siebten Mal „die Besten im Nordwesten“ ausgezeichnet und dabei vier lokale Projekte in den Kategorien sozialer Zusammenhalt, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Innovationskraft gewürdigt.

„Diese Ideen verdienen Sichtbarkeit und stehen stellvertretend für viele engagierte Menschen, die unsere Region aktiv mitgestalten“, sagte Eduard Dubbers-Albrecht, 1. Vorsitzender der Metropolregion Nordwest und ehemaliger Präses der Handelskammer Bremen.

Gut 120 Gäste nahmen am 20. August im Museumsdorf Cloppenburg an der Preisverleihung teil. Zuvor hatte die Jury bereits 14 Finalistinnen und Finalisten aus mehr als 100 Bewerbungen ausgewählt. Die Gewinner-Projekte erhielten je 5.000 Euro, Platz 2 war mit 3.000 Euro dotiert und Platz drei mit 2.000 Euro.

Der Nordwest-Award, der gesellschaftliches Engagement auszeichnet, ging an das Projekt „Stark! Von der Schule ins berufliche Leben“ aus dem Landkreis Cloppenburg. Das Projekt des Vereins Pfiffikus setzt sich für eine praxisnahe Berufsorientierung junger Menschen ein.

„Der Fachkräftemangel trifft besonders den ländlichen Raum“, hob Melanie Walter, niedersächsische Ministerin für Europa und regionale Landesentwicklung, hervor. „‚Stark!‘ bringt Jugendliche und Unternehmen zusammen: Junge Menschen entdecken regionale Berufsperspektiven, Betriebe lernen potenzielle Fachkräfte kennen – eine Win-win-Situation für die gesamte Region.“

Der zweite Platz ging an das Projekt „Demokratie-Visionen“. Die junge Oldenburger Initiative möchte zu mehr Dialog und demokratischer Partizipation anregen und hat dafür unter anderem eine kollaborative Ausstellung konzipiert. Der dritte Platz in der Kategorie Nordwest-Awards wurde gleich zwei Mal vergeben: Das Projekt „Future Now! Metropolregion Nordwest“ ist eine gemeinsame Initiative des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung und des Instituts für angewandte Medienforschung der Hochschule Bremen. In interaktiven Mitmachformaten an Schulen, in Betrieben und bei öffentlichen Veranstaltungen klären die Polarforscherinnen und -forscher über den Klimawandel auf.

Der zweite dritte Platz ging an das Projekt „Werk“. In einem fünfstöckigen Altbau entsteht im Bremerhavener Stadtzentrum ein Kultur- und Praxisforschungszentrum, das mit verschiedenen Bildungsangeboten als offener Begegnungsraum neue Formen des Zusammenlebens schafft.

Gesundheitspreis für Planspiel zur Zukunft der Pflege

Der Gesundheits-Award, der mit finanzieller Unterstützung der Krankenkasse HKK ausgelobt wird, konzentriert sich auf Gesundheits- und Präventionsinitiativen. Das Gewinnerprojekt „BeBe Robot“ der Bremer Medienagentur Vomhörensehen fragt mithilfe eines selbst entwickelten Mixed-Media-Planspiels, wie die Zukunft der Pflege im Jahr 2050 aussehen könnte.

„Das Projekt bringt Akteurinnen und Akteure aus den verschiedenen Bereichen der Pflege an einen Tisch, um gemeinsam über Szenarien für eine KI- und robotikgestützte Pflege der Zukunft zu diskutieren“, so Jessica Probst, Vorständin der HKK. „Die wissenschaftliche Begleitung schafft eine fundierte Datengrundlage, macht Bedarfe sichtbar und schafft so einen großen Mehrwert.“

Den zweiten Platz in der Kategorie Gesundheit belegte die Bremer Initiative „#Notalone“, die sich mithilfe von Kampagnen im öffentlichen Raum für eine Enttabuisierung von mentaler Gesundheit einsetzt. Der dritte Platz ging an das Projekt „Gut begleitet von Anfang an“ der Jade Hochschule in Oldenburg. Das Projekt entwickelt Fortbildungen für Geburtshelferinnen und -helfer, um Frauen in der oft langen Anfangsphase der Geburt strukturiert zu unterstützen.

Bremerhavener Wasserstoffökosystem erhält Nachhaltigkeitspreis

Der seit 2020 mit Unterstützung der Nehlsen AG verliehene Nachhaltigkeits-Award ging in diesem Jahr an „HY.City.Bremerhaven“. Das Unternehmen Green Fuels realisiert dort ein privatwirtschaftliches, ganzheitliches Wasserstoffökosystem für die Mobilität. „Das Projekt führt alle Komponenten des Wasserstoffkreislaufs zusammen – von grüner Erzeugung über Speicherung bis hin zur öffentlichen Betankung an der Wasserstoffzapfsäule“, erläuterte Lutz Siewek, Prokurist der Nehlsen AG. „So wird der Zukunftsenergieträger Wasserstoff im Alltag konkret nutzbar, denn auch der ÖPNV in Bremerhaven wird durch die Versorgung der Wasserstoffbusse nachhaltiger.“

Der zweite Platz in der Kategorie Nachhaltigkeit ging an die „Mobile Lernwerkstatt der Jade Hochschule“. Die Lernwerkstatt ist ein innovatives Bildungs- und Demonstrationsprojekt für nachhaltiges Bauen, das gemeinsam von Studierenden aus Oldenburg, Österreich und Finnland konzipiert und umgesetzt wurde.

Mit dem dritten Platz zeichnete die Jury zwei Projekte aus: Die Firma Zeppelin Power Systems aus Achim hat einen wasserstoffbetriebenen „Brennstoffzellen-Stromgenerator“ entwickelt, der sich flexibel an temporären Einsatzorten wie Baustellen oder Stadtfesten einsetzen lässt und so eine klimafreundliche, geräuscharme Alternative zu Dieselgeneratoren bietet.

Den anderen dritten Platz erhielt das Projekt „Licht aus Algen“ der Hochschule Bremerhaven. Das Institut Ecomaterials forscht dort an sogenannten biolumineszenten Algen und entwickelt eine algenbasierte, klimaneutrale Leuchte für den öffentlichen Raum.

Weiterdenker-Award für Wasserstoff-Pionierkraftwerk

Der Weiterdenker-Award wurde gemeinsam von der EWE AG und SWB AG verliehen und ging in diesem Jahr an das „H2-O2-Pionierkraftwerk“ der Jade Hochschule in Wilhelmshaven, bei dem Wasserstoff besonders sauber mit reinem Sauerstoff verbrannt wird.

Der zweite Platz wurde doppelt vergeben, da die Projekte thematisch ineinandergreifen. Das Preisgeld von je 3.000 Euro erhielten die „Drone Days“, die jährlich an den Flughäfen in Bremen und Hatten veranstaltet werden, sowie das internationale Kooperationsnetzwerk „ZIM Innovationsnetzwerk Dronesky Digital“. Beide Projekte setzen sich für den autonomen Luftverkehr ein, bringen relevante Stakeholder zusammen und möchten den Nordwesten aktiv als zukunftsfähigen Standort der Drohnentechnologie gestalten.

Weitere Informationen: www.nordwest-awards.de

Bild oben:
Die Preisträgerinnen und Preisträger der Nordwest-Awards 2026.
Foto: Metropolregion Nordwest