Die Glocke ist eines der bedeutendsten Konzerthäuser Deutschlands. Nach fast 30 Jahren intensiver Nutzung besteht jedoch erheblicher Modernisierungsbedarf.
Technische Anlagen und Veranstaltungstechnik müssen erneuert werden, hinzu kommen Defizite bei Brandschutz, Barrierefreiheit sowie den Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen, Künstler und Mitarbeitende. Gleichzeitig steht die Glocke wie viele Konzerthäuser vor der Aufgabe, ihr Stammpublikum zu halten und zugleich auch jüngere Menschen für Musik und neue Konzertformate zu gewinnen. Das heutige Konzertpublikum der Glocke ist im Durchschnitt rund 60 Jahre alt.
Mit dem Projekt „Umbau und Erweiterung – Das Konzerthaus ‚Die Glocke‘“ soll das Haus nun für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt werden. Nach dem europaweiten Architekturwettbewerb wird der Siegerentwurf von JSWD Architekten und GINA Barcelona Architects seit Februar 2025 gemeinsam mit dem Planungsteam und den Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickelt. Neben der Sanierung im Bestand sollen ein neuer, dritter Saal mit mehr als 600 Plätzen für unterschiedliche Veranstaltungsformate sowie flexible Flächen für Musikvermittlung, Veranstaltungen und Begegnung entstehen.
„Die neuen Räume und Angebote schaffen die Voraussetzungen, um neue Zielgruppen zu erreichen und die Zukunftsfähigkeit des Hauses langfristig zu sichern“, teilt das Planungsteam mit. Gleichzeitig setze das Projekt durch zusätzliche Besucherinnen und Besucher auch Impulse für Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und Tourismus. Die Investition stärke damit zugleich den Wirtschafts- und Kulturstandort Bremen und sei ein wichtiger Standortfaktor.
Für die Umsetzung ist neben der Förderung des Bundes in Höhe von 40 Millionen Euro ein erheblicher Eigenanteil erforderlich, den Bremen bis Ende 2026 nachweisen muss. Die Gesamtkosten mit Sanierung und Saalneubau betragen 110 Millionen Euro. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt rief Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen zur Unterstützung auf, damit die Pläne in vollem Umfang umgesetzt werden können.
Informationen zum Projekt:
glocke-im-wandel.de