Mikrostudiengang für Geschäftsmodellinnovationen richtet sich an Berufstätige

Der Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (Lemex) an der Universität Bremen will mit einem neuen Angebot den wachsenden Bedarf an Innovationskompetenz im Mittelstand bedienen.

Wer ein Unternehmen gründen oder weiterentwickeln möchte, braucht heute weit mehr als eine gute Idee. Entscheidend sind unternehmerisches Denken, permanentes Lernen und eine gute Intuition, welche Neuerungen echtes Potenzial tragen – und wann der Zeitpunkt gekommen ist, sich von einer liebgewonnenen Idee zu verabschieden. Der Lehrstuhl für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (Lemex), der von Prof. Jörg Freiling geleitet wird, verbindet daher bereits seit seiner Gründung vor 25 Jahren die wissenschaftliche Forschung mit praxisbezogener Lehre und intensivem Wissens- und Technologietransfer.

Im Bereich der Lehre steht nicht die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern die frühzeitige Befähigung zu unternehmerischem Denken und Handeln. Die Studierenden lernen, Gründung und Innovation als reale Entwicklungs- und Karrierepfade zu begreifen und diese gezielt zu gestalten. Gefördert wird auch der Transfer in die regionale Wirtschaft und insbesondere zum Mittelstand: „Viele Unternehmen verfügen im Tagesgeschäft nur über begrenzte Ressourcen, um Innovationsprozesse systematisch zu verfolgen“, erklärt Freiling. „Genau hier setzt der Lehrstuhl an: Studierende und Unternehmen arbeiten oft gemeinsam an konkreten Fragestellungen, entwickeln neue Perspektiven auf bestehende Geschäftsmodelle und erproben Lösungen mit direktem Praxisbezug.“

In der Forschung liegt ein Fokus des Lehrstuhls auf migrantischen und transnationalen Gründungen. Das Feld hat sich laut Freiling zu einem international beachteten wissenschaftlichen Schwerpunkt entwickelt und gewinnt besonders für die Städte Bremen und Bremerhaven mit ihrem hohen Anteil an Menschen mit ausländischen Wurzeln eine große gesellschaftliche Bedeutung.

Neue Perspektiven durch Verbindung von Universität und Praxis

Auf Basis dieses Profils hat das Lemex-Team zusammen mit Prof. Tobias Röth einen neuen Mikrostudiengang für Geschäftsmodellinnovationen entwickelt, der ab Oktober von der Universität Bremen und der Akademie für Weiterbildung angeboten wird. Das neue Format soll veränderten Bildungs- und Berufswegen Rechnung tragen sowie den wachsenden Bedarf an Innovationskompetenz im Mittelstand bedienen. Der Mikrostudiengang ist kompakt, modular und berufsbegleitend aufgebaut, um nicht nur Studierende zu erreichen, sondern auch Berufstätige.

Im Mittelpunkt des neuen Formats steht die gemeinsame Arbeit an konkreten Innovationsherausforderungen aus der Praxis. Ziel ist es, unterschiedliche Erfahrungen zusammenzubringen und eine Brücke zwischen Hochschule und Unternehmen zu bauen: „Wir wollen nicht ‚Business as usual‘ professionalisieren, sondern ‚Innovation as usual‘ in die Unternehmen bringen“, erklärt Freiling. „Entscheidend dazu ist das Pendeln zwischen Campus und Betrieb. Erst dadurch entstehen neue Perspektiven auf komplexe Herausforderungen.“

Gleichzeitig reagiert der Mikrostudiengang auf tiefgreifende technologische Veränderungen, insbesondere durch künstliche Intelligenz, die ganze Branchen neu strukturiert. Ergänzend plant der Lehrstuhl außerdem einen weiteren Mikrostudiengang zur Unternehmensnachfolge im Mittelstand, da viele familiengeführte Betriebe zunehmend vor Übergabeherausforderungen stehen.

Weitere Informationen:
uni-bremen.de/gmi

Bild oben:
Prof. Jörg Freiling, Leiter des Lehrstuhls für Mittelstand, Existenzgründung und Entrepreneurship (Lemex) an der Universität Bremen, im Gespräch mit Studierenden.
Foto: Karsten Klama