Handelskammer-Konjunkturreport zum Herbst 2026: Steigende Öl- und Rohstoffpreise stellen die Unternehmen weiterhin vor Herausforderungen.
Die Stimmung in der bremischen Wirtschaft hellt sich zum zweiten Mal in Folge leicht auf. Der Export und die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen die Konjunktur und verbessern die Geschäftslage. Die Unternehmen bewerten sie in der Summe stabil.
Für die kommenden zwölf Monate fehlt den Betrieben aber nach wie vor die Zuversicht. In Bremerhaven trüben die schwächeren Aussichten die Stimmung sogar insgesamt wieder ein. Auch die Industrie blickt trotz verbesserter Exporterwartungen weniger optimistisch nach vorn als zuletzt. Neben den hohen Energiepreisen machen den Unternehmen die unsicheren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Bürokratie, zunehmende Arbeitskosten und eine schwache Inlandsnachfrage zu schaffen.
Noch kein selbsttragender Aufschwung
Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger: „Der Export und die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen die bremische Wirtschaft und verbessern die Geschäftslage leicht. Ein selbsttragender Aufschwung ist das aber noch nicht. Den Unternehmen fehlt das Vertrauen, um Produktion und Kapazitäten hochzufahren. Bürokratie, zunehmende Arbeitskosten und hohe Energiepreise bremsen die Betriebe. Hier muss die Politik spürbar entlasten, damit die Unternehmen wieder mehr investieren.”
Mit Blick auf die Industrie betont Dr. Fonger: „Die bremische Industrie bleibt eine wichtige Stütze der Konjunktur. Sie blickt beim Export wieder zuversichtlicher nach vorn.” Diese Erholung stehe aber auf unsicherem Grund, so der Hauptgeschäftsführer: „Der Ölpreis ist zuletzt wieder deutlich gestiegen und treibt die Energie- und Rohstoffpreise nach oben. Für viele Unternehmen ist dies derzeit das größte Geschäftsrisiko. Umso wichtiger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts von innen heraus zu stärken.”
Der Konjunkturreport kann hier abrufbar:
handelskammer-bremen.de/konjunktur
Bild oben:
Containerumschlag in Bremerhaven.
Foto: Wolfhard Scheer