Virtuelle Welten gestalten und interaktive Lernumgebungen entwickeln – genau das lernt Jeimy Natalia Medina Otero (27) in ihrer Ausbildung zur Gestalterin für immersive Medien bei der benntec Systemtechnik GmbH in Bremen.
Benntec entwickelt und realisiert an den Standorten Bremen und Rostock maßgeschneiderte digitale Trainings-, Simulations- und Multimedia¬lösungen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 120 Mitarbeitende und gehört zu den ersten Betrieben in Norddeutschland, die in diesem neu geschaffenen Beruf ausbilden.
Frau Otero, was verbirgt sich hinter der Ausbildung zur Gestalterin für immersive Medien?
In der Ausbildung lernt man, mit modernen Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality zu arbeiten und interaktive digitale Inhalte zu gestalten. Dazu gehören unter anderem 3D-Design, Animation und das Arbeiten mit Game-Engines. Mich begeistert besonders die Kombination aus Kreativität und Technik.
Wie sind Sie auf diesen noch sehr neuen Ausbildungsberuf aufmerksam geworden?
Ich habe die Stellenausschreibung von Benntec gesehen und war sofort sehr interessiert. Die Inhalte haben genau zu dem gepasst, was ich beruflich machen wollte. Für mich war das die perfekte Gelegenheit, mein Wissen in einem professionellen Umfeld zu vertiefen.
Wie sind Sie nach Bremen zu Benntec gekommen?
Ich habe in Kolumbien einen Bachelor im Bereich digitale Kunst, Design und Animation gemacht und anschließend im Marketing gearbeitet. Dabei habe ich gemerkt, dass mich 3D-Design und interaktive Medien mehr interessieren. Um in Deutschland arbeiten zu können, bin ich zunächst als Au-pair hierhergekommen, habe Deutsch gelernt und mich mit der Kultur vertraut gemacht. Danach habe ich gezielt nach einer Ausbildung im Bereich Technologie und Design gesucht – und sie bei Benntec gefunden.
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag bei benntec aus?
Mein Arbeitstag beginnt meistens mit einem Kaffee, danach arbeite ich an meinen aktuellen Projekten weiter. Im Moment gestalte ich eine realistische virtuelle Landschaft mit einem Windpark, die dazu dient, dass Drohnenpiloten den Umgang mit Windrädern üben können. Es gibt regelmäßige Abstimmungen mit meinem Teamleiter, Feedbackrunden und wöchentliche Teammeetings, in denen wir unsere Projekte besprechen und Ideen austauschen.
Gab es in den ersten Monaten schon ein Projekt, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, ich durfte an einem Projekt arbeiten, bei dem ein Seenotrettungskreuzer als 3D-Modell in einer virtuellen Umgebung umgesetzt wurde. Dabei habe ich viel über Texturen, 3D-Design und den Aufbau interaktiver Welten in Game-Engines gelernt. Das war sehr spannend, weil ich gesehen habe, wie komplexe technische Maschinen immersiv dargestellt werden können. Unsere VR-Abteilung ist sehr nah an der Games-Branche dran und nutzt bekannte Engines, mit denen die modernsten Spiele programmiert werden. Privat zocke ich auch ganz gern mal.
Was war für Sie bisher die größte Herausforderung?
Bevor ich bei Benntec angefangen habe, wusste ich nur wenig über Virtual Reality. Hier habe ich gelernt, wie VR für Trainingszwecke genutzt werden kann und wie kreativ diese Technologie ist. Es ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig sehr motivierend, jeden Tag Neues zu lernen.
Welche Fähigkeiten sollte man für diese Ausbildung mitbringen?
Man sollte auf jeden Fall Motivation und Lernbereitschaft mitbringen. Es ist wichtig, Interesse an Design, an digitalen Welten und an neuen Technologien zu haben. Hilfreich ist auch, wenn man sich für Videospiele oder digitale Projekte interessiert.
Wie ist die Ausbildung organisatorisch aufgebaut?
Im ersten Ausbildungsjahr besuche ich die Berufsschule in Bremen gemeinsam mit Auszubildenden aus dem Bereich Bild und Ton. Ab dem zweiten Jahr werde ich blockweise eine Berufsschule in Hamburg besuchen, wo es mehr um 3D-Design und immersive Medien geht. Ich lerne also zuerst, wie Kameras in der Realität funktionieren, um das Gelernte dann in der virtuellen Welt anwenden zu können.
Sie haben ja noch viel Zeit, aber wissen Sie schon, was Sie nach der Ausbildung machen möchten?
Ich würde sehr gern bei Benntec bleiben, weil mir die Arbeit und die Projekte hier sehr gefallen. Außerdem möchte ich mein Deutsch weiter verbessern und mein fachliches Wissen ausbauen. Toll wäre es, wenn ich die Ausbildung aufgrund meines abgeschlossenen Studiums verkürzen könnte.
Das Unternehmen:
benntec.de
Informationen zu allen Berufen im Bereich der Handelskammer:
ihk.de/bremen-bremerhaven/berufe
Ausbildungsberuf Gestalterinnen und Gestalter für immersive Medien:
handelskammer-magazin.de/immersive-medien
Ansprechpartner bei der Handelskammer:
ihk.de/bremen-bremerhaven/ausbildungsberatung