Mit ihrem praxisorientierten Ansatz bietet die Constructor University der Wirtschaft zahlreiche Möglichkeiten, sich talentierten Nachwuchs zu sichern und Zugang zu einem internationalen Wissenschaftsnetzwerk zu bekommen.
Die Constructor University wurde vor 25 Jahren mit großen Zielen unter dem Namen International University Bremen (IUB) gegründet: Auf dem Campus in Bremen-Nord sollte eine internationale Gemeinschaft entstehen, deren wissenschaftliches Niveau weltweit wettbewerbsfähig ist. „In Bezug auf diese Punkte setzen wir die Tradition der IUB auch heute noch fort“, betont Dr. Serguei Kouzmine, der Anfang November 2025 das Amt des Präsidenten übernahm.
Einen zentralen Unterschied zur IUB und auch zur Nachfolgeeinrichtung, der Jacobs University, sieht er jedoch in der konsequenten Praxisorientierung der Constructor University. Sie soll das Gegenteil eines Elfenbeinturms sein: Jedes Unternehmen sei herzlich eingeladen, sich zu melden, um über Kooperationen zu sprechen, so Kouzmine.
Chancen bieten sich vor allem auf drei Ebenen: erstens durch gemeinsame Projekte im Bereich Forschung und Lehre, zweitens durch die Beteiligung an Start-ups und drittens durch Investitionen in Bau- und Entwicklungsvorhaben. Alle drei Bereiche versprechen in den nächsten Jahren eine große Dynamik, denn die Constructor Group plant Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro. Seit dem Eigentümerwechsel 2022 ist die Zahl der Studierenden bereits von 1600 auf 2400 gewachsen, bis 2030 sollen es 5000 sein, in der finalen Ausbaustufe insgesamt 15.000.
In einem ersten Schritt sollen ab Mitte dieses Jahres neue Studierendenwohnheime mit bis zu 1.000 Apartments entstehen. Aber auch die Forschungslabore sollen in den nächsten Jahren wachsen. Darüber hinaus soll ein Wissenschaftspark neue Räumlichkeiten bereithalten, die nicht nur Start-ups zur Verfügung gestellt werden, sondern auch Unternehmen eine dauerhafte Präsenz auf dem Campus ermöglichen.
Lehrplan wird bei Bedarf angepasst
Die Kooperationsmöglichkeiten beginnen jedoch wesentlich niederschwelliger. Kouzmine spricht von einem dreistufigen Prozess.
1. Das Unternehmen schickt jemanden zur Constructor University, um sich vorzustellen und die Möglichkeiten der Universität kennenzulernen, eventuell auch in Form eines Workshops mit Professoren und Studierenden.
2. Im zweiten Schritt können gemeinsame Forschungsprojekte angeschoben oder Mitarbeitende in bestimmten Bereichen weitergebildet werden, beispielsweise im Bereich künstliche Intelligenz.
3. Auf Wunsch bildet die Constructor University gezielt Studierende und Angestellte in bestimmten Schwerpunkten aus, die ein Unternehmen benötigt. Wenn ein Automobilunternehmen beispielsweise sagt, es braucht Absolventen mit IT-Kenntnissen im Bereich autonomes Fahren, können entsprechende Kurse angeboten werden. „Das ist ein sehr effizienter Weg, Nachwuchskräfte zu gewinnen“, sagt Kouzmine. Sie seien gleich mit den benötigten Kompetenzen ausgestattet und man könne sie auch schon während des Studiums näher kennenlernen. Durch die Perspektive, in Deutschland einen Job zu finden, werde auch der Anreiz zum Deutschlernen wesentlich größer. „Rund 90 Prozent der Studierenden würden gerne bleiben“, berichtet Kouzmine. Zurzeit seien es aufgrund fehlender Job-Angebote jedoch nur ungefähr 30 Prozent.
Weltweites wissenschaftliches und technisches Netzwerk
Die Kooperationsmöglichkeiten mit der Constructor University werden von der regionalen Wirtschaft bis jetzt wenig genutzt, im Gegensatz zum überregionalen Interesse. „Es überrascht mich immer, wie wenige Unternehmen diese Chance ergreifen“, sagt Kouzmine. „Man kann in kurzer Zeit Hunderte von Studierenden kennenlernen und Hunderte von Ideen finden. Das ist eine Chance, die Unternehmen umsonst bekommen.“
Ein regelmäßiges Hindernis sei, dass Unternehmen ihre eigene Lage mit einem Tunnelblick betrachten. „Einige haben eine sehr enge Sicht auf ihre Probleme und wollen nicht zuhören“, so Kouzmine. Um von den Potenzialen einer Universität zu profitieren, müsse man jedoch etwas Zeit mitbringen. Die Constructor University sei darüber hinaus international sehr gut vernetzt und könne bei Bedarf die Einschätzungen von bekannten Forschungseinrichtungen einholen. Gleichzeitig biete die Einbettung in die Schweizer Constructor Group auch Zugriff auf sehr viel technisches Know-how im IT-Bereich.
Start-ups aus unterschiedlichsten Nischen suchen Partner
Eine weitere Option zur Weiterentwicklung erhalten Unternehmen mit dem Programm Constructor Start, das die Universität gemeinsam mit dem Venture-Capital-Fonds Constructor Capital durchführt. Jedes Jahr bewerben sich dort 500 bis 1000 Start-ups aus aller Welt um die Teilnahme. Die zehn bis 20 Finalisten erhalten Preise und Wagniskapital bis zu 1 Million Euro. „Für regionale Unternehmen kann es aber auch sehr interessant sein, sich die anderen Bewerbungen anzusehen“, rät Kouzmine. „Darunter können Start-ups sein, die genau in der passenden Nische tätig sind und ein wichtiges Problem lösen.“ So kooperiert die SWB AG in Bremen beispielsweise seit Jahren mit dem Start-up Waste Ant, das aus dem Start-up-Wettbewerb 2019 hervorging – damals noch unter dem Dach der Jacobs University.
Für Bremen-Nord ist die gemeinnützige Constructor University bereits jetzt ein Gewinn. Laut Kouzmine hat eine Evaluation ergeben, dass die jährliche Wertschöpfung für die Region rund 100 Millionen Euro beträgt. Dieser Betrag lasse sich nicht nur durch das Wachstum der Universität steigern, sondern auch durch mehr Kommunikation mit der Bremer Wirtschaft, sagt er. „Wir verschenken viel Potenzial, weil wir nicht genug miteinander sprechen. Wir müssen mehr reden.“
Ansprechpartner für Unternehmen:
Donald Scott Peterson, Head of Communications
presse@constructor.university
Internationale Start-ups stellen sich vor
Am 24. Februar um 13 Uhr findet der nächste „Constructor Start Demo Day“ statt, bei dem sich 15 Teams vorstellen (online und vor Ort).
constructor.university/lp/constructor-start-demo-day
Bild oben:
Blick auf den Zentralbereich des Campus in Bremen-Nord.