Die Bremer Speditions- und Logistikbranche verzeichnet aufgrund der aktuellen geopolitischen Verhältnisse Geschäftseinbußen. Allein 20 Prozent ging das Geschäft im Verkehr mit den USA zurück, seit Präsident Trump vor einem Jahr massive Zollerhöhungen verkündete. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die der Verein Bremer Spediteure unter seinen 150 Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat.
Trotz der neu geschlossenen Handelsabkommen bleibt die zukünftige Entwicklung unvorhersehbar. „Unsicherheit ist Gift für die Märkte“, betont Thorsten Dornia, Vorsitzender des Vereins Bremer Spediteure. Das Zögern auf Seiten von Industrie und Handel, neue Auslandsgeschäfte abzuschließen, mache sich bei den Mitgliedsunternehmen bemerkbar.
Insgesamt hat das Exportgeschäft der Bremer Spediteure im vergangenen Jahr dennoch nur um ein halbes Prozent abgenommen. Der Import nimmt sogar weiter zu, im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent, in diesem Jahr – nach aktuellem Stand – um sieben Prozent.
Die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten führen jedoch zu weiteren Risiken. Standorte in den arabischen Staaten haben sich im letzten Jahrzehnt als Logistikdrehscheiben etabliert, können diese Rolle aktuell jedoch nicht erfüllen, sodass neue Logistikketten geschaffen werden müssen.
Der fallende US-Dollarkurs bereitet den Spediteuren ebenfalls Sorgen. Ihre Auslagen in US-Dollar können sie oft nur mit Verzögerung an ihre Kunden weiterberechnen und erleiden dann bei weiter fallenden Kursen Verluste.
Weiterhin gute Beschäftigungsmöglichkeiten in der Branche
Zwei Drittel der Speditionsunternehmen erzielten im vergangenen Jahr gute oder zufriedenstellende Ergebnisse, während ein Drittel unzufrieden war. Für dieses Jahr erwarten fast 50 Prozent der Unternehmen sinkende Jahresergebnisse.
Trotz der durchwachsenen Bilanzen halten die Bremer Spediteure an ihrem Personal fest. „Wir können von einem stabilen Arbeitsmarkt in der Spedition ausgehen“, so Dornia. „Gelernte Speditionskaufleute werden immer gute Beschäftigungsmöglichkeiten finden.“
Auch in den Ausbildungsanstrengungen lassen die Spediteure nicht nach. Für den Ausbildungsbeginn im August 2026 werden noch händeringend Auszubildende gesucht. 50 Prozent der Ausbildungsbetriebe befürchten, nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzten zu können – jeder dritte Ausbildungsplatz wird wohl unbesetzt bleiben.
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