Eine Bremer Delegation reiste am 4. und 5. Februar in die Niederlande, um die Kontakte zur europäischen Raumfahrtszene zu intensivieren.
Der größte Standort der European Space Agency (ESA) befindet sich in Noordwijk (Niederlande): Das dort ansässige Europäische Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) beschäftigt rund 3000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ingenieurinnen und Ingenieure, die an vielfältigen neuen Weltraumtechnologien arbeiten. Eine Delegation aus Bremen besuchte Anfang Februar die niederländische Provinz Zuid-Holland mit der Hauptstadt Den Haag, um Kontakte zu intensivieren und neue Anregungen für den Raumfahrtstandort Bremen zu sammeln.
„Besonders aufgefallen ist mir die hohe Innovationsfähigkeit“, berichtete Präses André Grobien, der die Handelskammer Bremen vor Ort vertrat, im Nachgang der Reise. Beeindruckt habe ihn beispielsweise der NL Space Campus, der rund um das ESTEC entsteht und viel Platz für Unternehmen mit hohem Forschungs- und Entwicklungspotenzial biete. Das Konzept sei mit dem Technologiepark Universität in Bremen vergleichbar und es zeichne sich ab, dass es ähnlichen Erfolg haben werde – nicht zuletzt, weil es umfassend durchdacht sei: Ein Kindergarten wurde zum Beispiel gleich am Anfang mit errichtet. Die Schaffung von Gewerbegebieten für besonders innovative Unternehmen sei ein Modell, das auch für das Land Bremen weiterhin Potenzial biete, hob Präses Grobien hervor.
Die Delegation unter Leitung von Bremens Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt besuchte auch die Technische Universität Delft, eine der renommiertesten Universitäten der Niederlande. Eine übertragbare Idee war laut Präses Grobien das „Sabbatjahr“ für Studierende, die ein oder zwei Forschungssemester im Bereich Luft- und Raumfahrt einschieben möchten. „Das Engagement und der Enthusiasmus der Studierenden hat mich beeindruckt“, berichtete er. Obwohl es keine Credit Points gebe, die für den Studienabschluss angerechnet werden, sei das Programm außerordentlich nachgefragt.
Erfolgreiche länderübergreifende Projekte
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt betonte, dass Bremen und die Region Zuid-Holland
bereits seit 2019 im Bereich Raumfahrt zusammenarbeiten, getragen von den Netzwerken Aviaspace Bremen e.V. und SpaceNed. „Mit dem Regionalminister Meindert Stolk habe ich vereinbart, diese 2026 auslaufende Kooperation nicht nur fortzuführen, sondern weiterzuentwickeln und zu verlängern“, sagte sie.
Im Rahmen der Zusammenarbeit seien während der Delegationsreise mehrere erfolgreiche Vorhaben vorgestellt worden, so Senatorin Vogt. Das Format „Connecting the Curious“ vernetze seit vier Jahren junge Talente und Start-ups, während die „Golden Reel Challenge“ Nachwuchskräfte gezielt mit Bremer Unternehmen zusammenbringe. Mit der Initiative „Digital Twin of the Moon“ werde zudem an erfolgreiche Digitalisierungsprojekte angeknüpft und ein mehrjähriger Aktionsplan verfolgt.
„So wachsen starke europäische Partnerschaften und Europa wird unabhängiger in wichtigen Schlüsseltechnologien“, sagte Senatorin Vogt. „Jetzt geht es darum, die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln, neue Projekte anzustoßen und zusätzliche Partner einzubinden. Neben der Raumfahrt werden wir die thematischen Schwerpunkte der Kooperation künftig gezielt erweitern und insbesondere die Zusammenarbeit im Bereich Drohnen und Unmanned Aircraft Systems stärken.“