Der Bremer KI-Spezialist Just Add AI betreut zahlreiche Unternehmen bei der Umsetzung von effizienteren Unternehmensprozessen, darunter auch den Roboterhersteller Kuka und das Bauunternehmen Matthäi.
Kuka: Kundenanforderungen schnell im Blick
Als weltweit tätiger Anbieter von Industrierobotern und Automatisierungslösungen beschäftigt die Kuka Group rund 14.500 Mitarbeitende bei einem Jahresumsatz von rund 3,9 Milliarden Euro. Künstliche Intelligenz hält dabei nicht nur in die Roboter Einzug, sondern wird auch für das operative Geschäft des Unternehmens zunehmend wichtiger.
Entlastungspotenzial besteht beispielsweise bei der Angebotserstellung. Die Automatisierungslösungen bestehen oft aus vielen einzelnen Stationen, die anhand von Lastenheften geplant werden müssen. Weil jeder Kuka-Kunde diese Vorgaben anders strukturiert und dokumentiert, ist es zeitaufwändig, die benötigten Informationen herauszufiltern. An dieser Stelle setzt die KI-Lösung an: Mehrere KI-Modelle übernehmen die Datensichtung und extrahieren die relevanten Informationen automatisch in die vorgegebenen Formate. Die Mitarbeitenden der Kuka Assembly & Test GmbH in Bremen-Nord müssen das Ergebnis nur noch prüfen. Alles, was die KI nicht verarbeiten oder finden konnte, wird eindeutig markiert.
Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. „Einige Schritte sind bereits umgesetzt oder befinden sich in der Testphase, während andere noch ausstehen“, berichtet Ronja Fändrich, AI Engineer bei Just Add AI. Dennoch zeige sich schon jetzt der angestrebte Effekt. „KI kann in umfangreichen Unterlagen in kurzer Zeit mehr relevante Informationen aufspüren als ein Mensch“, so Fändrich. „Den Testnutzern ersparen die bereits umgesetzten Schritte viel Zeit und mühsame Fleißarbeit. Mit dem sinkenden Aufwand sinken auch die Kosten.“
Am Ende des Projekts sollen die aktuellen Teillösungen zu einer Gesamtlösung zusammengesetzt werden. Damit ist aber möglicherweise noch nicht Schluss: Das Potenzial für einen weiteren Ausbau sei erheblich, betont Fändrich, und die Nachfrage nach weiteren Anwendungsfällen seitens des Kunden sei groß. „Die Lösung ist bewusst schrittweise aufgebaut. Der aktuelle Stand bildet die Grundlage für bereits geplante Erweiterungen.“ Das zugrunde liegende Konzept lasse sich auf eine Vielzahl von Datenauswertungsprozessen übertragen, denn überall dort, wo große Mengen unterschiedlich strukturierter Informationen gesichtet und in ein nutzbares Format gebracht werden müssen, könne ein ähnlicher Ansatz greifen.
Matthäi: KI-Agent entlastet den IT-Support
Das Bauwesen kommt beim Thema KI vielleicht nicht als erstes in den Sinn, profitiert aber genauso von der Effizienzsteigerung durch neue Verfahren. DDie bundesweit tätige Baugruppe Matthäi, die an mehr als 70 Standorten insgesamt über 3.000 Mitarbeitende beschäftigt, hat mit Unterstützung von Just Add Ai zum Beispiel einen IT-Hilfe-Agenten eingeführt. Durch seine Anbindung an interne IT-Dokumentationen und die Benutzerdokumentationen von bauspezifischer Software, die Matthäi im Einsatz hat, dient er als First Level Support und kann Mitarbeitende bei jeglichen IT-Problemen helfen – auch bei Matthäi-spezifische Fragen.
Die Projektverantwortlichen im Matthäi Digital Solutions Team sind an einem der Bremer Standorte beschäftigt. Sie haben das Vorhaben unter anderem aufgrund der hohen Auslastung des internen IT-Supports angestoßen. Ein wesentlicher Vorteil des Systems ist, dass es nicht nur Informationen bereitstellt, sondern auch an das Ticketsystem von Matthäi angebunden ist. Wenn IT-Probleme nicht vom KI-Agenten gelöst werden können, assistiert er bei der Erstellung eines Tickets – also einer Support-Anfrage – an das menschliche Team. Der KI-Agent achtet dabei darauf, dass dieses Ticket möglichst viele relevante Informationen enthält, damit die Abarbeitung durch die menschlichen IT-Experten erleichtert wird. In den ersten sechs Monaten hat das System bereits zur gewünschten Entlastung des Support-Teams beigetragen: Die IT-Tickets wurden gleichzeitig reduziert und inhaltlich aussagekräftiger.
Auch auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer zeigt sich eine wachsende Akzeptanz. „Der Rollout erfolgt bewusst schrittweise“, berichtet Jan-Hendrik Koch, AI Engineer bei Just Add AI. „Bei Matthäi existieren mehrere Wege zur Ticket-Erstellung. Der Agent wurde zunächst als zusätzlicher Kanal eingeführt, während die bestehenden Alternativen erhalten blieben. Erst nach dem Sammeln positiver Erfahrungen wurden und werden diese sukzessive abgeschaltet.“
kuka.com
matthaei.de
justadd.ai
Bild oben:
Ronja Fändrich (Just Add AI) und Jan Bruhn (Kuka) in der Werkshalle der Kuka Assembly & Test GmbH in Bremen-Vegesack.
Foto: Karsten Klama