Hafen- und Logistikwirtschaft erwartet steigende Umsätze

Die Hafen- und Logistikwirtschaft im Bundesland Bremen blickt mit vorsichtigem Optimismus auf das laufende Geschäftsjahr: 46 Prozent der Unternehmen erwarten steigende Umsätze. Das zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen der Bremischen Hafen- und Logistikvertretung (BHV). Im vergangenen Jahr waren es lediglich 32 Prozent.

Gleichzeitig sehen die Unternehmen erheblichen politischen Handlungsbedarf: Für 79 Prozent der Befragten gehören Infrastruktur und Erreichbarkeit zu den wichtigsten Aufgaben des nächsten Senats. Mit Blick auf die Bürgerschaftswahl 2027 erwartet die BHV deshalb konkrete Entscheidungen zur Modernisierung der Verkehrswege und Hafenanlagen. An der Branchenbefragung haben sich 72 Unternehmen beteiligt.

Straßen und Brücken besonders im Fokus

Zwei Drittel der Unternehmen nennen die Straßen- und Brückeninfrastruktur als einen Bereich mit besonders großem Verbesserungsbedarf. Es folgen die Hafenanlagen und Kajen mit 35 Prozent sowie die Weseranpassung und nautische Erreichbarkeit mit 23 Prozent.

Bei der Frage nach den wichtigsten Aufgaben des nächsten Senats rangieren Infrastruktur und Erreichbarkeit mit 79 Prozent deutlich an erster Stelle. Dahinter folgen Hafeninvestitionen und Hafenfinanzierung mit 52 Prozent sowie die Verbesserung der Wettbewerbs-, Investitions- und Standortbedingungen mit 31 Prozent.

Auch den Bund sehen die Unternehmen in der Pflicht: Drei Viertel der Befragten bewerten dessen derzeitige finanzielle Beteiligung an den Investitionen in die deutschen Seehäfen als zu gering.

„Die Seehäfen sichern den internationalen Handel und die Versorgung Deutschlands“, betont Eduard Dubbers-Albrecht, Sprecher des BHV-Präsidiums. „Deshalb erwarten wir vom Bund, dass er seiner gesamtstaatlichen Verantwortung bei der Finanzierung der Hafeninfrastruktur stärker gerecht wird. Die Küstenländer dürfen mit diesen Aufgaben nicht allein gelassen werden.“

Geschäftserwartungen freundlicher

Bei der wirtschaftlichen Entwicklung zeichnet die Umfrage ein differenziertes Bild: Während 46 Prozent der Unternehmen für 2026 steigende Umsätze erwarten, rechnen 26 Prozent mit einer gleichbleibenden Entwicklung. 28 Prozent gehen dagegen von sinkenden Erlösen aus.

Auch bei der Beschäftigung überwiegen stabile oder positive Erwartungen: 39 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigenden Mitarbeiterzahlen, 45 Prozent mit einer gleichbleibenden Belegschaft. Einen Rückgang erwarten lediglich 16 Prozent.

„Die Geschäftserwartungen fallen günstiger aus als im vergangenen Jahr“, erläutert Dr. Patric Drewes, Mitglied des BHV-Präsidiums. Dies sei allerdings noch kein Grund zur Entwarnung. „Mehr als ein Viertel der Unternehmen rechnet weiterhin mit Umsatzrückgängen. Hinzu kommen erhebliche Unsicherheiten durch die internationale Handels- und Zollpolitik, geopolitische Konflikte und Störungen wichtiger Transportwege.“

bhv-bremen.de

Fotoquelle oben:
Ipsen Industrial Packing