Vorsorge, digitaler Nachlass und persönliche Wünsche: Mit Danach.de wollen drei Bremer Gründer verschiedene Aspekte der persönlichen Vorsorge digital bündeln. Ihre Plattform soll dabei helfen, wichtige Informationen und Entscheidungen frühzeitig zu ordnen und für den Ernstfall festzuhalten.
Das Thema Vorsorge beschäftigt viele Menschen. Dennoch werden Patientenverfügungen, Vollmachten, Passwörter und persönliche Wünsche häufig aufgeschoben oder bleiben ungeordnet. Das wollen Lukas Ehlhardt, Kristof Kipp und Stefan Meichau ändern. Mit Danach.de haben die drei Gründer eine Plattform entwickelt, die Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt durch die persönliche Vorsorge führt: „Unser Ziel ist es, Angehörige im Ernstfall organisatorisch zu entlasten, ihnen Orientierung zu geben und so Raum für die Trauer zu schaffen“, so Ehlhardt.
Ganz bewusst umfasst das Konzept auch das persönliche Vermächtnis: Bei Danach.de können Nutzer auch ihre Lebensgeschichte festhalten, persönliche Fragen beantworten und Fotos hochladen. Eine KI kann die Inhalte dann zu einer Geschichte zusammenfassen, die Angehörigen hinterlassen werden kann: „Uns ist es ganz wichtig, Menschen nicht nur auf Verträge, Vollmachten und Passwörter zu reduzieren“, erklärt Ehlhardt dazu. „Denn schließlich hat das Sterben ja immer auch eine emotionale und familiäre Seite.“
Bei Danach.de kommen unterschiedliche Erfahrungen zusammen: Kristof Kipp ist seit rund 15 Jahren Entwickler in der IT, Lukas Ehlhardt arbeitet ebenso lange selbstständig und berät Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Plattformen. Stefan Meichau kommt zusätzlich aus dem Marketing und führt eine Werbeagentur in Bremen.
Eine eigenfinanzierte Version der Plattform ist bereits online, um sie gemeinsam mit echten Nutzerinnen und Nutzern weiterzuentwickeln. Im November soll die GmbH gegründet werden – erste Investoren sind dafür schon an Bord. Und wie groß das Potenzial für die weitere Entwicklung ist, zeigt für Ehlhardt auch ein Blick auf die Zahlen: „Rund die Hälfte der Deutschen verfügt über kein einziges Vorsorgedokument. Gleichzeitig gehören rund 40 Millionen Menschen zwischen 40 und 79 Jahren zur relevanten Zielgruppe.“
Die Kontakte zu den Investoren sind unter anderem über „Bremen Startups“ von Initiator Jan Wessels und die dortigen Veranstaltungen entstanden. Und auch die Teilnahme am Open Innovation Cycle der Wirtschaftsförderung Bremen hat wertvolle Impulse und Kontakte gebracht: „Für die Größe der Stadt ist das ein tolles Gründerumfeld, in dem wir uns mit unserer Idee sehr gut aufgehoben fühlen“, so Ehlhardt. (ru)
Bild oben:
Die drei Co-Founder von Danach.de: CTO Kristof Kipp, CEO Lukas Ehlhardt und CMO Stefan Meichau.
Foto: Danach.de