Die Daphne hat es ihr angetan. Kirsten Sievert bewundert die Willenskraft jener Nymphe aus der griechischen Mythologie, der ihre Unabhängigkeit so wichtig war, dass sie sich lieber in einen Baum verwandeln ließ, als sich zu unterwerfen. Das ist die inhaltliche Seite. Und dann gibt es da noch die ästhetische. „Ich mag alles, was schön ist“, sagt die 59-jährige Unternehmerin mit Blick auf die Bronzefigur des spanischen Künstlers Manuel Donato Diez, die im Fenster ihres großen hellen Büros ihren Platz gefunden hat. „Und diese Skulptur ist einfach schön, darum gefällt sie mir so sehr.“
Kirsten Sievert
59 Jahre
KS Pharma-Service GmbH
Geschäftsführende Gesellschafterin
7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Fotografiert von Jörg Sarbach
Willenskraft ist eine Eigenschaft, die sich ohne Weiteres auch Kirsten Sievert zuschreiben lässt. Als sie 2013 ihren Arzneimittelgroßhandel gründete, waren ihre beiden heute erwachsenen Söhne noch klein. „Das war schon eine anstrengende Zeit“, erinnert sie sich. „Ich habe praktisch Tag und Nacht gearbeitet und außerdem noch die Familie gemanagt.“ Und doch hat sie es in all den Jahren nicht bereut, damals aus einer Festanstellung in der Pharma-Industrie ins kalte Wasser der Selbstständigkeit gesprungen zu sein. Weil sie die Dinge gerne selbst in die Hand nimmt.
Mit viel Herzblut und einem Hang zur Perfektion hat sie erreicht, dass heute alle radiologischen Praxen Bremens und noch viele darüber hinaus zu ihren Kunden gehören. „Bei mir muss immer alles 1 a laufen, das ist mir sehr wichtig“, macht Kirsten Sievert deutlich. Dabei schätzt sie am meisten den Kontakt mit den Menschen, denen sie begegnet: „Ich bin viel lieber draußen als im Büro.“ Das gilt im Übrigen nicht nur für die Arbeit, sondern auch fürs Private. Ob auf dem Tennisplatz, beim morgendlichen Joggen an der Lesum, beim Museumsbesuch oder als Sängerin in der EuropaChorAkademie: Es gibt viele Orte, an denen man die 59-Jährige treffen kann.
Und dann ist da ja noch die Sache mit den schönen Dingen, für die sie sich begeistert. Insbesondere Dinge, die klare Linien haben. Autos zum Beispiel. So ein Mercedes SL oder ein Porsche 911, der könnte ihr wohl gefallen. Am allerliebsten wäre ihr allerdings ein Maybach Cabrio. „Leider gibt es von denen nur sehr wenige“, meint sie, „darum ist es völlig unrealistisch, so einen haben zu wollen.“ Aber schön ist er trotzdem. Und träumen darf man ja mal.