Additive Fertigung: Bremen prämiert innovative 3D-Druck-Verfahren

Am 12. Mai wurde im Bremer Forschungs- und Technologiezentrum Ecomat zum dritten Mal der Bre3D-Award verliehen. Die Auszeichnung würdigt herausragende Praxisbeispiele aus Forschung und Industrie sowie innovative Ideen und Visionen rund um den 3D-Druck.

Die additive Fertigung gewinnt in der industriellen Produktion an Bedeutung. Welche Reife die Technologie im Nordwesten mittlerweile erreicht hat, zeigte die Verleihung des dritten „Bre3D-Awards“ im Bremer Forschungs- und Technologiezentrum Ecomat. Der Preis zeichnet anwendungsnahe Projekte aus Forschung und Wirtschaft sowie Material- und Designkonzepte im Bereich des 3D-Drucks aus. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation und der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Eine Fachjury vergab Auszeichnungen in sechs Kategorien.

Relevanz für die Luft- und Raumfahrtindustrie

„3D-Druck gehört in Bremen längst zur modernen Industrie“, erklärte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt. „Die Technologie macht Entwicklung schneller und ermöglicht maßgeschneiderte, leichte Bauteile für die Luft- und Raumfahrt, etwa bei Tragflächenverstärkungen, Triebwerkskomponenten oder Werkzeugen für die Montage.“

Die eingereichten Projekte beinhalten Forschungsansätze zu neuen Materialien, konkrete Industrieanwendungen und praktische Alltagsprodukte. Zu Letzteren zählt beispielsweise ein neu entwickelter, leichterer Schließmechanismus für Gepäckabteile in Flugzeugkabinen. Auffällig war laut Senatorin Vogt auch eine gestiegene Beteiligung aus dem Bildungs- und Ausbildungssektor.

Andreas Heyer, Vorsitzender der WFB-Geschäftsführung, verwies zudem auf die Breite der Anwendungen: Die Technologie habe die Phase reiner Prototypen verlassen und sich als vielseitiges Fertigungsverfahren etabliert.

Die Preisträger und ihre Projekte

  • Innovative Werkstoffe oder Prozesse: Aswin Haridas (Testia GmbH) für 3D-gedruckte Ermüdungssensoren zur Strukturüberwachung („Smart Fuses“).
  • Bionische Gestaltung: Florian Hoffmann (Bionik-Innovations-Centrum, Hochschule Bremen) für die geometrische Bauteiloptimierung im Projekt „LightFlight“.
  • Design: Kathrin Wiertelarz (School of Architecture Bremen – Caad Lab) für das Projekt „Digital Sandpit – From Concept to Fabrication“.
  • Wettbewerbsfähige Fertigung: Tom Siemonsen (BIAS – Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH) für eine innovative Temperaturregelung beim Pulverbettverfahren (PBF-LB).
  • Verbesserte Funktionalität: Tim Domagala (Materialise GmbH) für ein nach EASA-Standards zertifiziertes Schiebestück aus Metall.
  • Nachwuchs-Förderung: Kevin Berndt (Airbus SE) für das betriebliche Ausbildungsprojekt „Bau eines 3D-Druckers“.

Bild oben:
Die Beteiligten des Bre3D-Awards bei der Preisverleihung im Ecomat.
Foto: vncy