Neues Leben für die Umgedrehte Kommode

Das Ringen um die Zukunft der Umgedrehten Kommode auf dem Stadtwerder zählt zu den längsten aktuellen Hängepartien der Bremer Stadtentwicklung. Die erfolgreiche Lösung scheint nun jedoch gefunden zu sein: Am 19. Dezember übergab Bausenatorin Özlem Unsal die Baugenehmigung an Amer Sandawi, Projektentwickler und Vertreter der Eigentümerin.

Gemeinsam mit dem Team um Architekt Jost Westphal hat er ein Modell entwickelt, das den wirtschaftlichen Betrieb des Gebäudes und gleichzeitig die angemessene Berücksichtigung des Denkmalschutzes ermöglichen soll. Die Baugenehmigung wurde in nur vier Monaten erteilt – es handelte sich um eins der ersten Projekte, bei denen die neuen, erleichterten Genehmigungsmöglichkeiten nach der Änderung des Baugesetzbuches angewendet wurden.

In dem ehemaligen Wasserturm und seinen Nebengebäuden sollen mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro insgesamt 28 Wohnungen sowie Büroflächen und Gastronomie entstehen. Vorausgegangen war ein bundesweiter Wettbewerb, den das Bremer Büro Westphal Architekten BDA 2024 gewann. Den Umgang mit dem historischen Bestand empfand Westphal dabei nicht als Belastung. „Wir arbeiten sehr gerne mit der Denkmalpflege zusammen“, betont er. Eine zentrale Frage sei die Anhebung des Daches um drei Meter gewesen, die zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit erforderlich ist. „Wir haben einen Weg gefunden, behutsam mit dem Bestand umzugehen.“ Die Planung setze aber auch einige moderne Akzente, beispielsweise eine zeitgemäße Interpretation der wiederaufgebauten Ecktürme.

Entgegen den ursprünglichen Ideen sieht der neue Entwurf nun vor, die Gastronomie nicht mehr im Erdgeschoss des Turms unterzubringen, weil der Betrieb sonst zu teuer gewesen wäre. Sie entsteht nun in einem erweiterten Nebengebäude, dem Brunnenhaus. Ziel sei ein möglichst niederschwelliges Angebot, das allen Bremerinnen und Bremern offensteht, sagt Westphal. „Da bekommt man auch noch ein Bier und eine Brezel, bevor das Werder-Spiel anfängt.“

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