Kleinunternehmen im Orbit der Großkonzerne

Wenn in Bremen von der Raumfahrt die Rede ist, hört man in der Regel von den drei großen Akteuren: Airbus, Ariane und OHB. Insgesamt beteiligen sich jedoch rund 140 Unternehmen aller Größenordnungen an der Erschließung des Weltraums – und die Tür für Firmen aus benachbarten Branchen ist offen.

Die Dillenberger Konstruktion & Feinmechanik GmbH, viele Jahre ein Einzelunternehmen, hat beispielsweise bereits Bauteile für die Internationalen Raumstation ISS und für Ariane-Raketen gebaut. Im vergangenen Jahr übernahmen die beiden Jungunternehmer Alireza Moghayedi und Florian Melzel die Firma vom Gründer Horst Dillenberger und damit auch die Kunden aus der Luft- und Raumfahrt. Das Erfolgsrezept: Als kleiner, zeitlich sehr flexibler Zulieferer in räumlicher Nähe zu den großen Werken können sie als „verlängerte Werkbank“ kurzfristig Aufträge aufnehmen, wenn Prototypen oder kleine Serien benötigt werden. Darüber hinaus verfügen sie über spezielles Know-how und werden manchmal auch als Berater hinzugezogen, wenn für Bauteile passende Fertigungsverfahren oder spezifische Werkzeuge und Vorrichtungen benötigt werden.

Spezial-Know-how aus 40 Jahren

Horst Dillenberger, der sich nach seinen beruflichen Anfängen bei Atlas Elektronik bereits 1982 selbstständig machte, hat mittlerweile umfangreiches Spezialwissen gesammelt, unter anderem bei der Zerspanung besonderer Materialien wie Schaumstoffen. „Wenn es um Schaum geht, ist Dillenberger der Ansprechpartner“, sagt er. Auch die Kompetenz im Leichtbau, der Gewichtoptimierung und der Entwicklung komplexer Bauteilgeometrien haben den Aufbau der eigenen Nische begünstigt. In den vergangenen 40 Jahren haben bereits namhafte Kunden wie Airbus, Ariane Group, AES und Collins Aerospace dieses Know-how in Anspruch genommen. So lieferte Dillenberger beispielsweise Hartschaumstoff für Rohrleitungen, die in den Weltraum transportiert wurden, sowie Teile aus Dämmmaterialien.

Das Know-how aus mehr als 40 Jahren gibt Horst Dillenberger seit dem Sommer 2024 an seine beiden Nachfolger weiter und kommt dafür noch fast jeden Tag in den Betrieb. Gleichzeitig haben sie technisch aufgerüstet und unter anderem eine 5-Achs-CNC-Fräsmaschine angeschafft. Der Kontakt zwischen Dillenberger und seinen Nachfolgern war über die Nachfolgebörse Nexxt-Change zustande gekommen. „Wir waren gleich sehr begeistert von dem Projekt“, berichtet Alireza Moghayedi, der selbst früher bei Airbus gearbeitet hat und sich selbstständig machen wollte. „Die Einarbeitung hat sehr gut geklappt und wir haben alle Kunden und die QM-Zertifizierung behalten.“ Nun wollen sie gemeinsam in der neuen Raumfahrt-Ära durchstarten.

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