Die internationale Raumstation ISS wird 2030 aus dem Betrieb genommen und benötigt eine Nachfolgerin. Mehrere Projekte bringen sich zurzeit in Stellung, aber die besten Chancen werden dem Starlab eingeräumt.
Im Gegensatz zur ISS, die von den nationalen Raumfahrtagenturen finanziert und geplant wurde, ist Starlab ein privatwirtschaftliches Projekt der Unternehmen Voyager Space, Airbus, Mitsubishi und MDA Space sowie weiteren strategischen Partnern. Gemeinsam haben sie in Houston das Joint Venture Starlab Space gegründet.
In Europa wird das Unternehmen seit Januar von der Starlab Space GmbH mit Sitz in Bremen vertreten. Hier wurden in den vergangenen zwei Jahren auch die Pläne für das Starlab entwickelt – in den kommenden Monaten soll der Entwicklungsprozess eingefroren werden, mit dem Bau wurde bereits begonnen. Laut Manfred Jaumann, Geschäftsführer der Starlab Space GmbH, sind bereits 50 Prozent der Kapazitäten für die ersten Jahre gebucht. Neben Experimenten aus der Wissenschaft wendet sich Starlab intensiv an Unternehmen. Jaumann sieht besonderes Potenzial in der chemischen Industrie, der Halbleiterentwicklung und dem medizinischen Bereich. Bei Airbus seien bereits 200 Mitarbeitende an den Standorten Bremen und Friedrichshafen mit dem Projekt beschäftigt. Diese Zahl soll noch auf 400 bis 500 gesteigert werden.
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Das Starlab soll, wenn alles nach Plan läuft, bereits 2029 oder 2030 starten und dauerhaft vier Astronauten beherbergen.
Visualisierung: Starlab